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Mit über 50 Stundenkilometern sausten die Handbiker über den 5,3 Kilometer langen Rundkurs. Foto: Trilsbach

11.08.2014

Wo waren eigentlich die Bürgermeister?

Die Weltelite der Handbiker fuhr in Lobbach um Punkte – Das angekündigte Prominentenrennen wurde abgesagt Lobbach.

 
RNZ 11.08.2014 – von Jutta Trilsbach

Lobbach „Allez, allez!“, „Go, go, go!“ oder „Avanti, avanti!“ hallte es am Samstagnachmittag durch das Gewerbegebiet Neurott an der Manfred-Sauer-Stiftung beim Lobbacher Ortsteil Waldwimmersbach. Die Weltelite der Handbiker kam hier zusammen (siehe auch Sportteil dieser Ausgabe). Und was die Sportler da an Leistungen boten, das war wieder mal sensationell und hätte durchaus noch mehr Zuschauer verdient gehabt.

Der Autoverkehr auf der Landesstraße bis zum Kreisel wurde weiträumig schon ab mittags und bis in den Abend über Mückenloch umgeleitet. Kräfte der Polizei, des Roten Kreuzes und der Feuerwehr sorgten für die Sicherheit. Dicke Strohballen an den scharfen Kurven der markierten Rennstrecke signalisierten, dass hier ein besonderes Sportereignis stattfand: und zwar der „European Handbike Circuit“ (EHC). Aus zwölf Nationen waren 102 Starter gemeldet.

Die Profis machten sich bei hohen Temperaturen von fast 30 Grad auf einen 5,3 Kilometer langen Rundkurs, mit fünf oder sieben Runden je nach Klassifizierung. Um 16 Uhr startete das Hauptfeld. Rennleiter Stefan Lange vom „Deutschen Rollstuhlsport Verband“ gab präzise Anweisungen und hatte alles im Griff. Filmreporter, Fotografen und die Presse belagerten den Start.

Doch wo waren da eigentlich die Bürgermeister der Nachbargemeinden, die um diese Zeit in die Pedale greifen und ebenfalls auf die Strecke gehen wollten? Viele Zuschauer fragten sich das, doch die Ehrenrunde mit Bürgermeister und Schirmherr Heiner Rutsch war abgesagt worden. Rutsch hatte sich wegen der Hochzeit seines Sohnes entschuldigt. Bürgermeisterstellvertreter Wolfgang Kuhnle meinte an der Strecke: „Die Ehrenrunde kann nicht stattfinden, weil drei Bürgermeister abgesagt haben.“ Mehr war dann auch nicht zu erfahren. Schade, aber einige Gemeindeoberhäupter waren wohl auch schon im Urlaub.

Manfred Sauer war auch nicht dazu zu bewegen, eine Runde zu drehen. Ihn traf man aber überall auf dem Gelände an, denn Anfeuern und Kümmern ist seine Sache. Die Gäste wurden mit Speisen und kühlen Getränken rundum versorgt. „Unsere Rennstrecke ist durch die Steigungen von bis zu sieben Prozent und die scharfen Kurven die anspruchsvollste innerhalb des EHC“, erklärte Sauer. Und das bekamen alle Sportler zu spüren. Die Steigung im Neurott hoch zur Abzweigung nach Mückenloch verlangte den Fahrern in ihren hochmodernen Rädern alles ab. Hier nur durch Armmuskelkraft hochzufahren, war eine große Leistung.

An zwei Stationen verschafften Wasserfontänen eine willkommene Abkühlung, doch beispielsweise für den Starter mit der Nummer 49 war vor dem Ziel Schluss. „Zu heiß, zu steil“, lautete sein Kommentar – und das fanden die anderen, die wegen technischer Probleme wie Plattfüßen aufgeben mussten, auch völlig in Ordnung. Ein Biker aus Mühlhausen erzählte, dass er im Kreisel mit einem Mitfahrer zusammengestoßen sei. „Mit 50 Stundenkilometern wird da reingefahren und dabei bin ich angerempelt worden, es ist aber nichts Schlimmes passiert.“ Bei den Probefahrten ging es eben noch nicht so zur Sache, doch dann beim Rennen um die Punkte schon.
 

Weitere Artikel zum Manfred-Sauer-Stiftungs-Cup:

  • RNZ 11.08.2014 Sport Seite 22 "Ein hartes Heimspiel"
  • RNZ 08.08.2014 Sport Seite 25 "Handbike-Weltelite in Lobbach"