Javascript ist deaktiviert. Dadurch ist die Funktionalität der Website stark eingeschränkt.

Alexander Rolof zeigt rund 40 Bilder mit dem Titel „Auf der Suche nach Begegnungen“ in der Ausstellung, in die Kunsthistorikerin Dr. Martina Kitzing-Bretz einführte. Foto: Trilsbach

28.11.2016

Wie in Trance verwandelt er Orte in Bilder aus Spachtelmasse und Pastellfarben

Ausstellung „Auf der Suche nach Begegnungen“ in der Manfred-Sauer-Stiftung eröffnet

 
RNZ 27./28.11.2016 – von Jutta Trilsbach

Lobbach. Es ist sein ganz eigener Weg in der Malerei. Der Künstler Alexander Rolof ist immer „auf der Suche nach Begegnungen“ – so auch der Titel seiner aktuellen Ausstellung in der Manfred-Sauer-Stiftung. Er nimmt dabei die Atmosphäre auf Straßen oder in der Natur tiefgründig in sich auf. Der Maler drückt seine Gefühle überwiegend in Pastellfarben aus. Straßenschluchten heiter und schwebend? Ja, er lässt sich inspirieren vom heiteren Schönen, davon, was viele Menschen in der Hektik des Alltags beim Durchqueren von Straßen nicht mehr entdecken. Rolof nennt seine Art des kreativen Schaffens „informelle Malerei“. Das Bild einer Stadt projiziert er aus seinen Erinnerungen fantasievoll auf Leinwand mit Spachtelmasse und Farbpigmenten.

Das Atrium der Sauer-Stiftung zeigt in einer umfangreichen Ausstellung die Werke des 1969 im russischen Vologda geborenen Malers und Grafikers. An der Ostsee, im lettischen Liepaja verbrachte er seine Kindheit. Die besondere Atmosphäre des Hafens und seiner historischen Gebäude prägten damals den jungen Maler. 1992 siedelte er nach Deutschland über, studierte fünf Jahre lang am Bochumer Institut für Ausbildung in Bildender Kunst und Kunsttherapie. Heute lebt und arbeitet Rolof in Kirchardt im Kreis Heilbronn. Er gehört dort dem Künstlerbund an und hat bisher zahlreiche
Einzelausstellungen in Baden-Württemberg ausgerichtet, aber auch im berühmten „Mark Rothko Art Centre“ in Daugavpils in Lettland. Jetzt sind diese überwiegend großformatigen Bilder in Acryl auf Leinwand oder Collagen mit Papier- und Textileinwirkungen in der Lobby oder auf den Galerien der Sauer-Stiftung zu bestaunen.

Die Kunsthistorikerin Dr. Martina Kitzing-Bretz führte in einzelne Werke des Malers ein, sodass die Besucher der Vernissage einen sehr guten Einblick in dessen Schaffen bekamen. „Er hat den gefühlten Stadteindruck mit Farbpigmenten und Spachtelmasse umgesetzt, und das Geräusch des über die Leinwand fahrenden Spachtels versetzt ihn in einen tranceartigen Zustand, der es ihm erlaubt, mit Farben und Sand seine Verzückung zum Ausdruck zu bringen“, erklärte Kitzing-Bretz.

Rolof entführt den Betrachter beispielsweise in die Dilsberger Straße in Neckargemünd oder die Theaterstraße in Heidelberg. Auch zu Begegnungen am „Riva del Garda“ oder „H2“ in Mannheim lädt er gestalterisch ein, seine Gefühle zu entdecken. „Es ist meine spezielle Technik der abstrakten Malerei, bei der ich zunächst im schöpferischen Entstehungsprozess die Spachtelmasse auf Leinwand auftrage, feingemahlenen Sand und Farbpigmente reliefartig gestalte und mit zarten Bleistiftstrichen das Bild ein wenig strukturiere“, sagte der Künstler.

Info: Alexander Rolof: Auf der Suche nach Begegnungen täglich geöffnet von 8 bis 22 Uhr, bis 23. Dezember 2016