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Stellen Ihre Werke in der Sauer-Stiftung aus: Daniel Wolf (l.) mit "Kräfte", Aufpall/Knautschung aus Ton, und Werner Jan vor seinem Bild "ersehnte Begegnung". Foto: Trilsbach

07.04.2014

Werke sind "Eindeutig – Vieldeutig"

Werner Jahn und Daniel Wolf zeigen abstrakte Bilder und schwere Skulpturen in der Sauer-Stiftung

 
RNZ 04.04.2014 – von Jutta Trilsbach

Lobbach-Waldwimmersbach. Besucher der neuen Kunstausstellung „Eindeutig – Vieldeutig“ in der Manfred-Sauer-Stiftung sollten sich dafür Zeit und Muße nehmen. Denn im Atrium und auf der Galerie erwarten den Kunstfreund nicht nur 40 farbintensive Ölbilder von Werner Jahn. Auch die rund 20 Plastiken des Bildhauers Daniel Wolf verlangen große Aufmerksamkeit. Bei der Vernissage führte die Malerin Philine Maurus vor einem großen Publikum in die Ausstellung ein: „Werner Jahn hat nie etwas Konkretes aus der Realität abbilden wollen, seine Farbkompositionen schöpft er aus seinem inneren Erleben.“ Sie erklärte, es gehe dem Maler um reine Formen und Farben, also um die Grundelemente der abstrakten Malerei. Jahn wolle nicht, dass der Betrachter etwas Reales erkennt, es gebe zwar Anspielungen auf vertraute Formen und optische Erfahrungen, kommentierte Maurus, aber fest stehe: „Es ist, was es ist: Flächen voller Formen und Farben, trotz aller vermeintlicher Körperlichkeit, es sind abstrakte Bilder “, so Maurus.

Werner Jahn wurde 1934 in Greiz/Thüringen geboren. Er hat Chemie studiert und arbeitete als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Heidelberg. Er lebt seit 1958 in Heidelberg-Handschuhsheim, in seinem Atelier entstehen großformatige Gemälde, die durch Klarheit und Farbenfreude sowie durch harte Formen faszinieren. Die Malerei ist ein wichtiger Teil seines Lebens, in die er seine Seele einbringt und mit der er seine Gefühle ausdrücken kann. Er hat sich die Technik der Ölmalerei selbst angeeignet und meint: „Die Technik muss man lernen und man muss wissen, was man ausdrücken will und mit welchen Mitteln man das erreichen kann.“

Ganz anders geht der Bildhauer Daniel Wolf mit seiner Schaffenskraft zu Werke. Zielstrebig entwickelt er erste Entwürfe mit einer Skizze und setzt sie in einem Modell maßstabgerecht um. Der 1969 in Heidelberg geborene Steinbildhauermeister lebt in Wiesloch. In seinem Atelier in Ketsch entstehen Plastiken und Skulpturen aus verschiedensten Materialien wie Kalkstein, Carrara-Marmor, Sandstein, Travertin oder Ton. Im Mittelpunkt der Ausstellung in der Manfred-Sauer-Stiftung steht sein „Wolkenkuckucksheim“ aus Jura-Kalkstein, das alle Blicke auf sich zieht. Philine Maurus beschrieb es so: „Es ist eine Figur, dem Erdboden kaum noch verhaftet, hat den Kopf in den Wolken, der aus einem Nest besteht.“

Wolfs Werke entstehen kraftvoll zumeist aus schwerem Stein und versprühen dennoch eine gewisse Leichtigkeit. „Das Werk reicht von anatomisch korrekter Körperlichkeit über frei schwebende, schwer fassbare Formen bis hin zu irritierend realen und doch auch wieder halbabstrakten Gegenständen“, erklärte Philine Maurus. Und Daniel Wolf zeigte anhand von Fotos aus seinem Atelier: „Den Entstehungsprozess von Wolkenkuckucksheim aus Gneis habe ich dokumentiert, die Plastik wiegt 350 Kilogramm und verlangte von mir viel Präzision beim Schneiden, Schleifen und Schnuren ab.“ So bestaunt man auch „Den Fallenden“ aus Rubino Kalkstein, das Meisterstück im Fach Bildhauerei von Daniel Wolf. Mit beiden Künstlern ist es der Sauer-Stiftung wiederum gelungen, eine fantastische Ausstellung „aufs flache Land“ zu holen, sagte Manfred Sauer bei der Begrüßung der Gäste.

Viel Lob gab es für das helle, begrünte Atrium als idealen Ausstellungsort, an dem die Werke bis zum Sonntag, 11. Mai, täglich von 8 bis 22 Uhr, im Neurott 20, in Waldwimmersbach zu sehen sind.