Javascript ist deaktiviert. Dadurch ist die Funktionalität der Website stark eingeschränkt.
15.04.2014

Universum in der Eierschale: Nährstoffe in Eiern

Wenn man bedenkt, dass aus einem Ei einmal ein vollständiges Hühnchen schlüpfen soll, verwundert es nicht, dass in ihm eine geballte Ladung Makro- und Mikronährstoffe stecken und es, wie Muttermilch auch, zu den nährstoffreichsten Lebensmitteln überhaupt gehört. 

 

Ein durchschnittliches Ei enthält:

  • Energie: ca. 90 kcal / 370 kJ

Makronährstoffe

  • Protein: ca. 7 g (prozentual steckt genauso viel Protein im Eiklar wie im Eigelb) darunter alle essenziellen Aminosäuren
  • Fett: ca. 6 g
  • Kohlenhydrate: ca. 0,4 g

Mikronährstoffe

  • Mineralstoffe
    - Natrium: 70 mg
    - Kalium: 79 mg
    - Kalzium: 30 mg
    - Magnesium: 6 mg
    - Phosphor: 110 mg
    - Schwefel: 85 mg
    - Chlorid: 90 mg
    - Eisen: 1.000 ug
    - Zink: 650 ug
    - Kupfer: 30 ug
    - Mangan: 15 ug
    - Fluorid: 55 ug
    - Jodid: 5 ug
  • Vitamine
    - Vitamin A: 100 ug
    - Vitamin B1: 0,05 mg
    - Vitamin B2: 0,15 mg
    - Niacin: 0,04 mg
    - Vitamin B6: 38 ug
    - Folat: 33 ug
    - Biotin: 12 ug
    - Vitamin B12: 0,8 ug
    - Vitamin D: 1,5 ug
    - Vitamin E: 1 mg
    - Vitamin K: 24 ug
  • Und zusätzlich:
    - Tryptophan (fördert die Serotoninbildung und wirkt stimmungsaufhellend)und
    - Lutein und Zeaxanthin (zwei für die Gesundheit der Augen wichtige Carotinoide)

Vitamine und Mineralstoffe bleiben beim Garen weitgehen erhalten. Es ist allerdings anzumerken, dass Eier aus artgerechter Haltung (von Weide- bzw. Wiesenhühnern) deutlich mehr Nährstoffe enthalten als solche aus gängigen Zuchtbetrieben und zudem mit signifikante Mengen Omega-3-Fettsäuren (in der Form EPA und DHA) einen weiteren gesundheitlichen Vorteil bieten.

Die Farbe des Eidotters sagt nichts über Qualität oder Nährstoffgehalt des Eies aus, sondern ist ausschließlich abhängig von der Futtermittelzusammensetzung. Je mehr Karotin im Futter enthalten ist, desto gelber ist der Dotter.

Cholesterin in Eiern

Eier weißen tatsächlich einen sehr hohen Cholesterolgehalt (396 mg pro 100 g Ei) auf. Allerdings sind die Wahrungen Eier nur in Maßen zu verzehren inzwischen überholt, denn Cholesterin ist kein Gift, sondern eine lebenswichtige Substanz, die der Körper selbst herstellt – und zwar in deutlich größeren Mengen als über die Nahrung aufgenommen werden kann. Zudem wird die körpereigene Produktion von Cholesterin bei mangelnder Aufnahme durch die Ernährung erhöht. Und:  Nahrungscholesterin hat kaum Einfluss auf das Blutcholesterin.

Interessantes rund um’s Ei

Das andere Ei

  • Gänse- und Enteneier sind kräftiger im Geschmack als Hühnereier und deutlich schneller verderblich. Enteneier werden grundsätzlich mit dem Aufdruck „mind. 10 Minuten kochen“ verkauft.
  • Neben Wachteleiern werden – wenn auch deutlich seltener – die Eier von Perlhühnern, Kiebitzen, Fasanen und Möwen als Delikatessen angeboten.
  • Ein Straußenei kann bis zu 1,9 kg wiegen; d. h. aus einem einzigen Straußenei kann man Omelette für ein dutzend Personen machen. 
  • Schildkröteneier sind in der Karibik eine begehrte Delikatesse; im Volksglauben gelten sie als potenzsteigernd.

Das Ei in der Mythologie

  • In vielen Religionen und Mythen (Ägypten, Persien, China, Indien, Griechenland, Polynesien) wurde das Ei wohl wegen des Zerspringens der Schalen und der Hervorbringung neuen Lebens als Sinnbild des Werdens und der Schöpfung angesehen. Aus einem einzelnen Keim heraus entfaltete sich demzufolge die Vielfalt des Kosmos. Das Weltenei ist in unterschiedlichen Schöpfungssagen das Ei, aus dem die Welt in Gestalt eines Allgottes hervorgegangen ist.

Eier zu Ostern

  • Der Ursprung der christlichen Eiersitte ist nicht bekannt. Es wird dabei immer wieder auf die symbolische Deutung des Eies in der Antike sowie in anderen Kulturen und Religionen hingewiesen.
  • In der christlichen Theologie wird seit alters auf die Eisymbolik Bezug genommen; im Mittelalter ist die Deutung des Eies auf die Auferstehung Christi bekannt.
  • Allgemein gilt in der europäischen Kunstgeschichte das Ei als Symbol für die Auferstehung – auf Marienbildern kommt es im Hintergrund oder als Randmotiv als Hinweis auf die jungfräuliche Geburt vor.
  • Seit dem 12. Jahrhundert wurde bei der österlichen Speisenweihe um die Segnung von Eiern gebetet „...dass sie eine bekömmliche Nahrung für deine gläubigen Diener werden, die sie in Dankbarkeit und in Erinnerung an die Auferstehung des Herrn zu sich nehmen.”
  •  In der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern verzichten viele katholisch und orthodoxe Christen Fleisch- und Milchspeisen. Früher wurden Eier und andere tierische Produkte oft ebenfalls unter das Abstinenzgebot eingeordnet. Diese Speise empfing man daher an Ostern mit Freude zurück, ließ sie in den Kirchen weihen und verteilte sie gefärbt als Geschenke.
  • Für Deutschland werden gefärbte Eier erstmals im frühen 13. Jahrhundert erwähnt.

Der springende Punkt im Ei

  • Pate für dieses geflügelte Wort ist tatsächlich das Huhn. Genauer: das Küken, das im Ei heranwächst. Der griechische Philosoph Aristoteles, hat darin einen springenden Punkt erkannt. Wenn sich auf dem Eidotter langsam das kleine Vögelchen entwickelt, so kann man sein noch viel kleineres Herz schlagen sehen, das aussieht wie ein auf und ab hüpfender Punkt. Hier beginnt das Leben und daher bezeichnet man heute etwas sehr wichtiges als den springenden Punkt.

 

Quellen:

Brockhaus Ernährung, Mannheim, 2008

Olschewski, F.: Sind Eier gesund, auf: www.urgeschmack.de, Abrufdatum: März 2014

Ei in der Kultur, wikipedia, Abrufdatum: März 2014

Osterei, wikipedia, Abrufdatum: März 2014