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11.04.2017

Selbsttests auf Nahrungsmittel-unverträglichkeiten nicht empfehlenswert

Viele Menschen sind von Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen betroffen, oft ohne es zu wissen.

 
Verschiedene Nahrungsmittelbestandteile – am häufigsten Laktose (Milchzucker), Fruktose (Fruchtzucker), Gluten (Weizeneiweiß) und Histamin (Gewebehormon) – können zu immer wiederkehrenden Darmproblemen (Bauchschmerzen, Durchfall und/oder Blähungen) und dadurch zu einer verminderten Aufnahme von Nähr- und Wirkstoffen aus der Nahrung führen.

Die Begriffe Unverträglichkeit und Intoleranz werden in diesem Zusammenhang oft synonym verwendet, jedoch bezeichnen Nahrungsmittelunverträglichkeiten alle unerwünschten und unerwarteten Reaktionen, die nach dem Konsum eines Nahrungsmittels eintreten. Somit umschließen sie als Überbegriff sowohl Nahrungsmittelallergien als auch Nahrungsmittelintoleranzen (und zusätzlich Vergiftungen, die hier aber nicht behandelt werden). Im Falle von Nahrungsmittelintoleranzen fehlt häufig das Enzym, das für die Verarbeitung des Nahrungsmittelbestandteils, auf den reagiert wird, benötigt wird. Eine Immunreaktion findet nicht statt.

Bei Nahrungsmittelallergien reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Bestandteile der Nahrung. Zusätzlich zu den offensichtlichen Symptomen werden Antikörper gebildet bzw. ein anderer immunologischer Mechanismus greift. Nahrungsmittelallergien können sich gegen ein einzelnes Lebensmittel richten oder gegen mehrere aus derselben Familie (Kreuzallergien). Grundsätzlich kann man auf jedes Lebensmittel allergisch reagieren. Am häufigsten lösen jedoch folgende Lebensmittel und Produkte, in denen sie enthalten sind oder die aus ihnen erzeugt werden, Allergien aus und müssen bei Verwendung auf Verpackungen stets angegeben werden: Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch (Milcheiweiß und Milchzucker), Schalenfrüchte (Nüsse), Sellerie, Senf, Sesamsaat, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupine und Weichtiere (Muscheln, Schnecken etc.).

Die Diagnose einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wird mittels spezifischer Atem- oder Bluttests oder durch Provokationstests festgestellt. Neu sind Selbsttest die zuhause durchgeführt werden. Das Blut wird auf einen Teststreifen aufgetragen, dieser ins Labor einer Anbieterfirma geschickt, um anschließend Informationen dazu erhalten, welche Lebensmittel man „nicht verträgt“ und meiden sollte – nach dem Motto „gesund heißt noch lange nicht verträglich“. Diese Test wiedersprechen allerdings dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Medizin und Ernährungswissenschaft und sind laut dem Magazin Ernährungsumschau nicht empfehlenswert.

Weitere Informationen: www.ernaehrungsumschau.de