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24.08.2016

Künstler laden in ihren "Zaubergarten" ein

„EigenArten“ in der Manfred-Sauer-Stiftung – Horst Hartmann, Helmut Bischoff und Claus Hartmann stellen aus


RNZ 19.08.2016 – von Jutta Trilsbach

Lobbach-Lobenfeld. Jeder Mensch ist einzigartig, jeder Mensch hat seine Eigenarten. So heißt auch die neue Ausstellung in der Manfred-Sauer-Stiftung. Die Dreierausstellung "EigenArten" zeigt ganz Eigenes von Horst Hartmann, Helmut Bischoff und Claus Hartmann mit insgesamt über 100 Bildern und Holzreliefs. Das "Duo Kocurek" untermalte die Eröffnung mit französischen Chansons charmant an Cello und Schifferklavier. Lieder, die eine fröhliche Stimmung unter einer großen Besucherschar zauberten.

Hausherr Manfred Sauer zeigte sich beeindruckt: "Ich glaube, ganz Lobbach und Umgebung ist heute hier, natürlich die Wiesenbacher, zu deren Künstlerkreis sie gehören." Mit dem Studium auf Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, legten die Brüder Horst und Claus Hartmann einst den soliden Grundstein für ihr kreatives Schaffen. Während der eine – Horst, 76 Jahre alt – als erfolgreicher Industriedesigner und Produktentwickler arbeitete, wurde der andere – der 71-jährige Claus – ein erfolgreicher Grafiker. Während Claus Hartmann bereits 1984 „rübermachte“, zog es Horst 1989 in den Westen.

Majella Rodinger führte in die Bilder von Horst Hartmann ein und betonte den unverwechselbaren Stil und das ständige Einlassen auf Neues. Das besondere Augenmerk gelte dabei der Gestaltung der Umwelt. So habe der Künstler auch Plastiken sowie Skulpturen für den öffentlichen Raum geschaffen. Mit stimmungsvollen Küstenlandschaften, Reetdachhäusern oder Blumenmotiven auf Leinwand und Karton zeigt er seinen unverwechselbaren Stil in Öl, Acryl und Aquarell.

Helmut Bischoff, 66 Jahre alt, setzt seine Visionen abstrakt um, malt surrealistisch, aber auch figürlich. "Helmut malt in verschiedenen Mischtechniken und nennt diese Beschäftigung seinen Zaubergarten besuchen, sich darin umzusehen und seine Vorstellungen und Ideen mit in den Alltag nehmen", erklärte Claus Hartmann zu diesem Künstler. Seine musische Seite unterstrich Helmut Bischoff mit "kontrollierten Improvisationen" an selbst gebauten Instrumenten, indem er klassische oder Pop-Musik von der CD begleitete. Bischoff ist Autodidakt, geht malerisch auf "Expedition", verwendet Aquarellfarben, Tusche
oder Filzstift bei seinen Projekten. Mit seiner Tochter Julia und der dreijährigen Enkelin Lara gestaltete er 20 Bilder namens "Generationspaint".

Bischoff führte in die Werke von Claus Hartmann ein: "Er zerschneidet Holz, gestaltet es farbig abstrakt oder realistisch, setzt es wieder zu einem Objekt zusammen und konserviert es mit Bienenwachs." Claus Hartmann zeichnet mit Tusche und Aquarell zumeist grafische Motive, hauptsächlichwidmeter sichdem Material Holz. „Ich verwende für meine Reliefs nur lang abgelagertes, trockenes Holz wie die kanadische Weimutskiefer und gebe dem Material intuitiv Farben, Formen und somit Eigenleben", bedeutete Claus anhand des strukturellen Flachreliefs „Seifenblasenspiel“ mit Frauenköpern und kleinen Zinneinflüssen. Fließende Landschaften auf Holz oder italienisches Flair in der Malerei verbildlicht die vielfältige Kreativitätvon Claus Hartmann, der übrigens auch für den Ratssaal im Rathaus Waldwimmersbach ein meterlanges Holzrelief mit örtlichen Häusern und Wäldern geschaffen hat.

Info: „EigenArten“ ist noch bis 26. September täglich von 8 bis 22 Uhr in der Manfred-Sauer-Stiftung zu sehen.